Unsere Vorschläge zur Verbesserung des Schulsystems

by Lena GIESSWEIN, BORG Krems/Austria

 

Am heutigen Schulsystem in Österreich gibt es noch vieles zu verbessern. Obwohl uns Politiker immer wieder versprechen, an der Bildung zu arbeiten und auch schon der Vorschlag gekommen ist, das Sitzenbleiben abzuschaffen,  gehen die meisten Änderungen die bis jetzt durchgesetzt wurden leider mehr in Richtung Verallgemeinerung anstatt von individueller Förderung von Talenten. Wir haben uns einige Ansätze für Verbesserungen, die wir uns wünschen, überlegt.

Schüler unterschiedlicher Leistungsniveaus werden gemeinsam unterrichtet, so können sich weder besonders talentierte Schüler entfalten, noch können ihre weniger begabten Kollegen ihren Rückstand aufholen. Uns ist schon klar, dass nicht jeder Schüler einzeln unterrichtet werden kann, gäbe es jedoch die Möglichkeit, sich zumindest in der Oberstufe, wenn man schon einen großen Schatz an Allgemeinwissen hat, Schwerpunkte in bestimmten Fächern zu setzen, die einen interessieren oder die mit dem späteren Berufswunsch zu tun haben, wäre das schon eine große Erleichterung für die Schüler. Es gäbe so sicher weniger Jugendliche, die vor einer längeren Ausbildung zurückschrecken, weil sie von Fächern, in denen sie nicht gut sind, blockiert werden. Würde man weniger an den Schwächen arbeiten, sondern die Stärken besonders fördern, gäbe es in Zukunft mehr Spezialisten, die in ihrem Fachgebiet sehr gut ausgebildet sind.

Allgemeinbildung ist zwar eine wichtige Grundlage, trotzdem sollte man, ab einem bestimmten Wissensstand, für sich selbst entscheiden in welche Richtung man sich spezialisieren und weiterbilden will.

Heute hat man diese Wahl, wenn man eine höhere Ausbildung für den Traumberuf braucht,  erst nach der Matura. Für die ist jedoch schon ein sehr hoher Wissensstand in den Hauptfächern nötig, wobei in manchen Berufen große Bereiche dieses Wissens gar nicht relevant sind. Hat man in diesem Bereich große Schwächen, hindert einen das daran, sich in seinem Fachgebiet zu entfalten. So entgeht vielen Jugendlichen die Chance auf einen Beruf, der sie wirklich interessiert und in dem sie talentiert wären, und dem Land entgeht ein Spezialist. Es gibt bestimmt viele dieser Fälle, denn jeder hat irgendwo seine Schwächen, an denen er, wenn er auch noch so viel an ihnen arbeitet, keine großartigen Änderungen bewirken kann. Jemand, der ein Talent für Sprachen hat aber ein schlechtes mathematisches Vorstellungsvermögen, oder andersherum, muss seine Energie in unserem heutigen System dafür aufwenden seine Schwächen auszugleichen, anstatt sich mit seinen Talenten zu beschäftigen. Mit einem Kurs- oder Modulsystem wie z.B. in Australien oder den USA können in der Bildung bestimmt bessere Erfolge erzielt werden als mit unserem heutigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang der Lehrer mit ihren Schülern. Die Einbindung der Schüler durch Diskussionen und Gespräche, die die Klasse interessieren, ist eine gute Möglichkeit, Wissen spielerisch weiterzugeben und auch eine bessere Beziehung zwischen Klasse und Lehrer herzustellen. Natürlich kann nicht in jeder Unterrichtstunde diskutiert werden, und in einigen Fächern ist eine längere Diskussion über den Stoff gar nicht möglich, es kann aber in jedem Fall auf das Tempo und die Fragen der Schüler eingegangen werden. Engagierte Lehrer wollen nicht nur ihren Lehrplan durchbringen, sondern auch sicher sein, dass der Stoff auch wirklich verstanden wurde.

Geht ein Lehrer verständnisvoll mit seinen Schülern um, haben sie auch Lust, etwas von ihm oder ihr zu lernen oder haben zumindest keine unangenehmen Gefühle oder sogar Angst vor dem Unterricht. Eine angenehme Atmosphäre in der Schule ist eine Grundvoraussetzung für effektives Lernen.

Es gibt noch zahlreiche andere Verbesserungsmöglichkeiten, die uns eingefallen sind. Diese beiden Punkte sind uns aber am meisten am Herzen gelegen und wir sind davon überzeugt, dass Änderungen in diesen Bereichen den Schülern eine bessere Bildung und mehr Möglichkeiten im Berufsleben verschaffen würden.