Das Internet und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft

by Leif-Erik von Borstel (1996), HPS Buxtehude/Germany

Mittlerweile haben in der europäischen Union etwa 65% der Menschen einen Internetzugang, wobei in einigen Ländern der Anteil bereits über 90% liegt. Seit seiner Entwicklung hat sich nicht nur das Internet verändert, sondern auch die Gesellschaft, die es nutzt, denn das Internet bringt für die Menschen sowohl Vorteile als auch Nachteile, die ich im folgenden Text darstellen möchte.

Kommunikation und Sprache

Durch die Entwicklung des Internets wird es Menschen ermöglicht, unabhängig von ihrem Standort miteinander zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Im ersten Moment mag dies nur als Vorteil erscheinen, jedoch verliert dadurch die „face-to-face-Kommunikation“, also die direkte Kommunikation, an Bedeutung, sodass mit dem Internet das Verhältnis zwischen den Menschen immer unpersönlicher wird.

Hierzu tragen auch Austauschformate wie die E-Mail bei, denn durch eine überproportionale Nutzung zur Kommunikation im Vergleich zum „normalen“ Gespräch führt sie zum Verlust von sozialen Kompetenzen.

Eine interessante Entwicklung nahm die Sprache im Internet, denn durch Abkürzungen entstand eine von anderen Sprachen und vor allem durch das Englische geprägte eigene Sprache, die durch Emoticons (zusammengesetzt aus engl. Emotion=Gefühl und Icon=Zeichen) unterstützt wird, um Gestik und Mimik zu ersetzen. Auch kommt es zu vielen neuen Wortschöpfungen und Anglizismen, was zu einer großen Vielfalt der Sprache führt, die einerseits kulturell wertvoll ist, jedoch von Sprachwissenschaftlern teilweise kritisch betrachtet wird. Sie befürchten, dass durch eine zu große Vermischung von Sprachen die Unterschiede zwischen Kulturen verloren gehen.

Neue Kompetenzen und Gefahren

Verändert haben sich auch die Anforderungen an Menschen, insbesondere Schüler, deren schwierigste Aufgabe es nicht länger ist Informationen zu finden, sondern diese und ihre Quellen zu bewerten und somit verlässliche Informationen abzuliefern. Da man beim Suchen mithilfe einer Suchmaschine fast ungefilterte Informationen erhält, stellt es auch ein Problem dar, nicht abgelenkt zu werden und sich auf das ursprüngliche Thema zu konzentrieren. Häufig wird man bei unpräzisen Suchen auf kommerziell orientierte Seiten weitergeleitet, sodass eine weitere wichtige Kompetenz das Präzisieren von Suchen durch zusätzliche Stichworte ist. Eine weitere Kompetenz, die erforderlich ist, ist es, Informationen ihrer Wichtigkeit nach zu sortieren. Liegt die Betonung auf den falschen Inhalten, entsteht nicht unbedingt die erwünschte Perspektive.

Durch die neuen Anforderungen oder vielmehr durch den Mangel an diesen, entstehen auch neue Gefahren. So kann zum Beispiel mit einem an der falschen Stelle gesetzten Kreuzchen ein rechtsgültiger Kaufvertrag abgeschlossen werden. Auf diese kleinen menschlichen Fehler haben sich einige Menschen spezialisiert, die ihr Geld verdienen, indem sie diese Verträge, die oftmals nur durch kleine Fußnoten erkennbar sind, vor Gericht durchsetzen.

Zahlreiche weitere Probleme entstehen, wenn man zu viele persönliche Daten im Internet, zum Beispiel in sozialen Netzwerken preisgibt, denn vollkommen sicher ist im Internet nichts. Immer häufiger gibt es Konflikte, da Hacker es schaffen sich Informationen zu beschaffen, mit denen sie Politik und Wirtschaft beeinflussen können.

Diskussionsmöglichkeit Internet

Bei großen öffentlichen Diskussionen, wie beispielsweise der um den Euro-Rettungsschirm oder der um den deutschen Bundespräsidenten, dient das Internet als Austauschmedium. Aber auch bei weniger bedeutsamen Themen erfüllt das Internet den Bedarf sich mit anderen Menschen über aktuelle Geschehnisse zu unterhalten. Zwar ist auch in Chats oder Foren keine persönliche Beziehung zwischen den Diskutierenden vorhanden, doch sie bieten die Möglichkeit der Zurschaustellung konträrer Meinungen und tragen somit zur allgemeinen Meinungsbildung bei. Problematisch hierbei ist nicht das durch das Grundrecht versicherte Recht jeder Person sich zu äußern, sondern deren Möglichkeit anonym zu handeln.

Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie viele und welche eigenen Daten er ins World Wide Web stellt, solange er sich im Rahmen der Gesetze bewegt, was leider ebenfalls sehr schwer zu regeln ist, da es keine für alle Länder geltenden „Internet-Gesetze“ gibt. Bei besonders wichtigen oder gefährlichen Daten sollte man möglicherweise darüber nachdenken, sie auf einer nicht einmal mit dem Internet verbundenen Maschine zu speichern, wie es viele Firmen bereits tun. Man sollte sich jedoch bei jeder Handlung, auch wenn sie „nur“ im Internet stattfindet der Konsequenzen bewusst sein.

Quellen: – Euranet

- Uni Frankfurt

- Networx 21 von Sabine Polotzek

Links

Kommunikationsmedien/Media of Communication

Halepaghen-Schule

posted on Wednesday, January 25th, 2012

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