Es waren einmal… Kommentar zum Artikel „Dieser Sportart verdanke ich noch etwas mehr!“ (4) von Paulina Głąbała

by Monika Tomczok LOK Kraków/Poland

Wer diese Worte hört, weiß sofort, es geht um die Märchen. Diese faszinieren uns immer noch, obwohl wir uns schon erwachsen fühlen. Sie wecken Sehnsucht nach magischen Geschichten, die wir seit der Kindheit in Erinnerung behalten. Im 200-Jubiläumsjahr von weltbekannten Grimms Märchen, die in rund 160 Sprachen übersetzt und im Jahr 2005 von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt worden sind, will ich sagen, dass – in meinem Fall- nicht Volleyball sondern gerade Märchen meine persönliche Entwicklung stark beeinflusst haben. Im Vergleich zu den anderen Literaturgattungen ist das Märchen einzigartig. Es versetzt uns in eine Phantasiewelt, die ganz normal neben der realistischen Welt funktioniert. So begegnen wir hier nicht nur den Menschen sondern auch Zauberwesen wie Fee, Zwerge, Hexen und Zauberer. Diese bringen den handelnden Figuren Gutes und Böses, die miteinander kämpfen. Gewöhnlich muss ein Mensch schwierige Aufgabe lösen oder eine Probe bestehen, wobei oft hilfreiche Wesen dem Schwachen zu seinem Glück verhelfen. Damit findet Märchen meist glückliches Ende. Die Bösen werden bestraft, die Guten werden belohnt. Märchen werden nicht nur zur Unterhaltung erzählt und gelesen. Sie bringen auch eine Belehrung, dass trotz aller Macht der Bosheit auf der Welt das Gute letztlich siegen wird. Was ich besonders toll und wichtig finde – die klassischen Märchen regten meine Fantasie an, bewegten zum Denken und lernten, zwischen Bösem und Guten zu wählen. Außerdem gestalteten sie meine Weltanschauung und meine zukünftigen Charakterzüge. Sie halfen mir auch die Welt zu verstehen und etwas Neues zu entdecken. Mit diesen Märchen wie „Aschenputtel“, „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Der gestiefelte Kater“ und „Rotkäppchen“ von Brüdern Grimm, „Die Prinzessin auf der Erbse” von Hans Christian Andersen oder „Ziegenböckchen Matolek“ von Kornel Makuszyński, wurden viele polnische Kindergenerationen erzogen. Mit Bedauern muss ich doch meiner Großmutter zustimmen, dass heutige, moderne Märchen dem klassischen Märchen total widersprechen. Sie sind mit der Gewalt überfüllt, rufen bei den Kindern aggressive Reaktionen hervor und ihnen negative Verhaltensweisen beibringen. Es wäre viel besser, wenn die Kinder und Jugendliche öfter klassische Märchen lesen würden, statt sich diese modernen Zeichentrickfilme im Fernsehen anzusehen und gewöhnlich grauenhafte Comics zu lesen. Vielleicht fragt sich jemand, ob wir schon aus den Märchen herausgewachsen sind. Es ist doch sehr schön, sich wieder in die Kindheitszeit zu versetzen und zu versuche die „ernsthafte“ Lebensprobleme „mit Hilfe von Zauberwesen“ zu lösen.

Ich möchte meine Aussage mit einem Moral enden: „Lesen wir klassische Märchen, abgesehen davon, ob wir klein oder schon groß sind.“

 

2 Responses to “Es waren einmal… Kommentar zum Artikel „Dieser Sportart verdanke ich noch etwas mehr!“ (4) von Paulina Głąbała”

  1. Liebe Paulina,
    auch ich stimme mit Dir überein – Märchen verzaubern unsere Kindheit und die der Gebrüder Grimm sind darüber hinaus ein wichtiges Kulturgut. Ich finde es interessant zu erfahren, dass sie auch in anderen Ländern den ersten Kontakt mit Literatur prägen.
    Allerdings gibt es in den originalen Märchen eine Menge Gewalt, sofern sie nicht verändert wurden und in man sollte auch Grausamkeit der modernen Märchen nicht verallgemeinern.

  2. Ich stimme der Botschaft des Artikels zu. Mir fällt dazu das Buch ein von Bruno Bettelheims “Kinder brauchen Märchen” – ich würde dazu ergänzen, nicht nur Kinder, Erwachsene auch, zumindest ab und zu.