11. März 2004. Bombenanschlag in Madrid

March 16th, 2013 by Ruigomez Eraso Maria

By María Ruigomez Eraso (2000), Deutsche Schule Bilbao/Spain.

 Metro-Anschlag Madrid - Gedenktafel

This is an interwiew that explains how the bomb attack in the subway in Madrid changed the life and life style of my parents.

Der Bombenanschlag am 11. März 2004 in Madrid war etwas sehr Trauriges und auch sehr Schlimmes. Die meisten Leute kennen ihn als den Metroanschlag und man weiß nicht, wer die Bombe gelegt hat. 192 Leute kamen ums Leben und 1400 Leute wurden verletzt. Ich war erst vier Jahre alt, als dieses passierte. Damals wohnte ich mit meinen Eltern und unserer Hündin in Madrid. Natürlich kann ich mich nicht an den 11. März 2004 erinnern, weswegen ich ein Interview mit meinen Eltern durchgeführt habe.

María: Wo wart ihr in dem Moment, als die Bombe explodierte?

Mutter: Die Bombe explodierte ganz früh, ich war noch zu Hause.

Vater: Ich befand mich schon bei der Arbeit.

María: Wie verlief der 11. März?

Mutter: Als ich aufwachte, stellte ich das Radio an, wie jeden Tag beim Frühstück. Plötzlich hörte ich etwas von einen Bombenanschlag. Ganz besorgt schaltete ich den Fernseher an und informierte mich über das Ereignis, so gut ich konnte, denn im Radio und im Fernsehen herrschte ganz viel Unsicherheit und man hatte keine richtigen Daten. Am Anfang dachte man, die [baskische Untergrundorganisation] ETA wäre an der Bombe schuld, doch dann stellte sich heraus, dass das falsch war.

Vater: Ja, ich erfuhr es auch durch das Radio. Doch ich erinnere mich, dass alle meine Kollegen, ich natürlich auch, ganz schockiert waren, niemand wollte glauben, dass so was in Wirklichkeit geschehen war.

María: Wie habt ihr reagiert?

Mutter: Das erste, was ich fühlte, war ein großer Schock, der in mir aufstieg. Ich konnte es gar nicht fassen, dass so was Schreckliches in Madrid passierte! Nach einigen Sekunden legte sich der Schock und ich war plötzlich nur noch besorgt.

Vater: Es war ein unbeschreibliches Gefühl von Unsicherheit und Horror, das in mir aufstieg. Zuerst habe ich die Nachricht verdaut, was nicht einfach war, und danach sofort meine Familie und Freunde angerufen, nicht das jemand an diesen Tag die Metro genommen hatte.

María: Ist jemand den ihr kennt gestorben oder verletzt worden? Kennt ihr jemanden, der an diesen Tag in die Metro stieg oder steigen wollte?

Mutter: Wir kannten die Frau vom Kinderarzt, sie war in der Metro an diesem Tag. Zum Glück starb  sie nicht, doch sie trug ganz lange eine Halskrause und brach sich einen Knochen im Rücken.

María: Wie war die Stimmung nach dem Bombenanschlag?

Mutter: Alle waren geschockt und man wurde dauernd angerufen. Es gab viele Leute auf der Straße, die helfen wollten. Und überall gab es Krankenwagen und Sirenen.

Vater: Vor den Krankenhäusern standen ganz viele Leute Schlange, um Blut abzugeben.

María: Hat dieses Ereignis in irgendeiner Weise euer Leben verändert?

Mutter: Ja, mein Leben hat sich durch den Anschlag sehr verändert. Am Anfang dachte man ja, dass E.T.A. die Bombe gelegt hätte, was sich dann als falsch herausstellte. Ich habe dadurch gelernt, dass man keine Vorverurteilungen machen soll. Normalerweise versuche ich jetzt, die Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Vater: Wenn du vom Krieg in Afghanistan in der Zeitung liest, denkst du, dass so was Schreckliches in deinen Leben nicht passieren kann. Ich habe durch das Attentat in Madrid gelernt, dass Anschläge, die in Krimis vorkommen oder über in den Zeitungen berichtet wird, eines Tages auch einen selbst betreffen können.

Print version: 11 März 2004 – María Ruigomez