By Julia  SCHILD (1996), BORG Krems / Austria      

This article is about how the fashion changed in the last century . She compares the style then and now . Julia also mentions that it is false that Austrians wear their ‘Dirndl’ every day.  In the end she makes clear that every generation has its own way of clothing .

Österreicherinnen tragen immer und überall ein Dirndl. Dies ist ein Bild, das viele von uns „Sachertortenesser/innen“ haben. Doch dieses Bild ist leider falsch. War es früher immer so? Auch diese Frage muss ich mit einem „Nein“ beantworten. Allerdings besaß – im Gegensatz zu heute – fast jedes österreichische Mädchen ein Dirndl. Getragen worden ist es dennoch nur zu besonderen Anlässen und an Sonntagen. Ein Sonntag war zur damaligen Zeit ein besonderer Tag: Man ging in die Kirche, bekam gutes Essen und durfte die sogenannten „Sonntagskleider“ tragen. Dies waren die schönsten Kleider, die man besaß.

Das alles ist heute anders: Es gibt zwar einige, die ein Dirndl im Kleiderschrank hängen haben, doch es gibt viele Mädchen, die sich über solch einen „Aufzug“ lustig machen und nie im Leben in einem Dirndl vor die Tür gehen würden. Sonntagskleidung gibt es auch schon längst nicht mehr, in die Kirche geht man – wenn man überhaupt in die Kirche geht – in Jeans und einem vielleicht etwas schickeren T-Shirt. Sonntage sind auch, aus meiner Sicht gesehen, keine besonderen Tage mehr.

Mit den Jeans, die ich zuvor erwähnt habe, wären wir auch schon beim nächsten Thema: „Unvorstellbar, dass Mädchen eine Hose tragen!“, hätte man vor 70 Jahren empört gerufen. Mädchen hatten Röcke oder Kleider zu tragen – egal bei welchem Wetter, egal zu welchem Anlass, egal zu welcher Jahreszeit. In der Schule trug man Schürzen, so wie wir heute Jeans und T-Shirts tragen. Die Buben dieser Zeit trugen kurze Hosen und mussten in den frühen 1930er Jahren    in Niederösterreich am Lande sogar noch barfuß zur Schule gehen. Als Oberteil trug man im Winter ein Hemd und im Sommer ein sogenanntes „Ruderleiberl“, was ein ärmelloses T-Shirt ist.

Heute wäre das alles undenkbar – man trägt Jeans (eigentlich fast immer)- ob männlich oder weiblich, T-Shirts oder Pullover, ganz selten auch ein Kleid. Barfuß zur Schule zu gehen wäre ein Albtraum. Standardschuhe sind heutzutage Turnschuhe, mit Vorliebe Markenschuhe wie „Converse“ oder „Vans“ oder Ballerinaschuhe.

Was denken eigentlich die heute 80-jährigen über die heutige Mode? „So wären wir nicht vor die Tür gegangen“, sagt meine Oma oft. „ Röcke sind zu kurz, Jeans sehen alle gleich aus und die T-Shirts sind meist auch zu schlabbrig. Zudem war es früher einfach undenkbar, dass eine Jacke kürzer ist als die darunter getragene Bluse.“

Man sieht, es hat sich viel verändert in den letzten 70 Jahren und ich bin schon neugierig, über welche Mode ich in 70 Jahren den Kopf schütteln werde.

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