By Barbara Dominguez (1995), DSB Bilbao/Spain.

Der Bau des Guggenheim-Museums hat zu einer erstaunlichen Veränderung und Erneuerung der ehemaligen Industriestadt Bilbao in den letzten zwanzig Jahren beigetragen. Sowohl das Stadtbild, als auch sein Charakter, hat sich vollkommen verändert. Dieser Wandel bedeutet aber nicht, dass das Traditionelle, Baskische  dieser Stadt verschwunden wäre, ganz im Gegenteil! Das Besondere dieser Stadt lebt in vielen versteckten Winkeln weiter.

Worin besteht nun eigentlich dieser „Guggenheim-Effekt”? Das Guggenheim-Museum, das von Frank O. Gehry entworfen und im Jahre 1997 fertiggestellt wurde, hat dieser Stadt eine große internationale Berühmtheit eingebracht. Seit  1997 kommen Millionen von Besuchern nach Bilbao. Aber dieser Effekt ist eigentlich weit wichtiger: Durch diesen Tourismus hat sich das Angebot an Kultur, Geschäften und Gastronomie gewaltig vergrößert.

Die Desindustrialisierung, die seit 1990 einsetzte, ist nicht nur Folge des „Guggenheim-Effekts“ , sondern ist vor allem durch die Krise der 1980-er Jahre, die Bilbao erschütterte, hervorgerufen worden.

Bilbao hat sich nun in seiner Entwicklung auf Investitionen in die Infrastruktur und die Stadterneuerung konzentriert. Das Guggenheim-Museum war der Anfang einer Reihe von neuen, kulturfreundlichen Einrichtungen, die in den letzten zwanzig Jahren gebaut wurden, z.B. der Euskaldunapalast, der Zubizuri, der Iberdrolaturm, der Entwicklungsplan von Zorrozaure und viele weitere.

Ein weiterer wichtiger Punkt diese Verwandlung ist die Umgestaltung der Straßen. Straßen nur als Fußgängerzonen waren vorher undenkbar. Heute können aber die Passanten ruhig entlang der Gran Via spazieren, ohne durch den Lärm des Verkehres gestört zu werden. Aber nicht nur Fußgängerzonen wurden erweitert, auch die Parkgelände werden immer größer und häufiger in dieser Stadt.

Diese “Säuberung” der Stadt ist aber nicht nur ein Produkt dieser Faktoren, sondern vor allem durch die Tatsache bedingt, dass sich die Industrie Bilbaos von heute nach außerhalb des Abras (Öffnung des Meeres) verlegt hat. Dadurch erkennt man in der Stadt nicht mehr die Spuren der die Umwelt verschmutzenden Industrie, die vor zwanzig Jahren noch im Inneren der Stadt angesiedelt war. Diesen Wandel kann man klar am Beispiel der Ria de Bilbao erkennen, indem man zwei Fotos, zwischen denen zwanzig Jahre liegen, miteinander vergleicht:

Auch im Hinblick auf die öffentlichen Verkehrsmittel hat sich die Situation in Bilbao deutlich verbessert. Vorher gab es kleine Busse, die durch die Stadtviertel fuhren, die so genannten “Azulitos’, die heutzutage durch die Untergrundbahn und die Straßenbahn ersetzt werden. Aus der Industriestadt wurde eine Dienstleistungsstadt, die auf das Leben ihrer Einwohner und Touristen ausgerichtet ist.

Vor allem aber das Guggenheim-Museum hat der Stadt die Unterstützung, die sie benötigte, gegeben, um diese Ergebnisse zu erreichen. Im Jahr 2011 vergrößerte das Museum das Bruttosozialprodukt des Baskenlandes um 274 Millionen Euro, sicherte 5.885 Arbeitsplätze und erhöhte die Steuereinnahmen um 42 Millionen Euro. Ohne Guggenheim-Museum würde Bilbao daher nicht die Stadt sein, die sie jetzt ist.

Guggenheim-Effekt – Barbara Dominguez