Von Giuliapaola Fagioli (1994) LSP Assisi / Italien

Die Arbeit ist eines der grundlegenden Rechte der italienischen Republik (nach Artikel 1 und 4 des Grundgesetztes). Die Arbeit wird nämlich sowohl als ein Recht als auch als eine Pflicht des Bürgers betrachtet: Der Staat soll das Wachstum der Beschäftigten fördern und der Arbeiter soll sich Mühe geben, um den materiellen und geistlichen Fortschritt weiter zu entwickeln.

 Deshalb schützen das Grundgesetz und Arbeitnehmerstatut die Arbeit, den Beschäftigten und die Beschäftigte und legt die Arbeitsbedingungen fest, wie z. B. die gesamte Arbeitszeit, den Urlaub, die Bedingungen für den Erziehungsurlaub, oder den sozialen Schutz durch INAIL und INPS und die Regeln über die individuellen Entlassungen.

 Heute sind die Merkmale der Arbeitswelt anders geworden und die italienischen Gesetzte konnten sich nicht an diese Veränderungen anpassen; so ist der Arbeitsmarkt immer Schauspiel von Unsicherheit und Synonym für Prekarität.

 Eine der größten Veränderungen in der Arbeitswelt ist das drastische Wachstum der Arbeitslosigkeit, das durch viele Faktoren verursacht wird. In erster Linie steht die Entwicklung der Technologie: dank der dritten industriellen Revolution wurde der Zugang zu  immer genaueren Maschinen  erleichtert, Maschinen, die die Arbeiter (vor allem in dem industriellen Bereich) ersetzen und zur Arbeitslosigkeit zwingen.

 Auch die Globalisierung hat eine ganz wichtige Rolle gespielt, da sie große Veränderungen in die Arbeitswelt eingeführt hat: dank der Internationalisierung des Handels, der zu reduzierten Kosten stattfindet, hat sich das Wirtschaftssystem an die Forderungen der Konzerne angepasst. Diese Konzerne können ihre Produktionszentren verlagern und somit ihre Produktionskosten reduzieren und ihr Einkommen verbessern; aber es wird auf diese Weise eine Krise entwickelt, die die Arbeitslosigkeit im Westen erhöht.

Außerdem sind in die Arbeitswelt neue Vertragsfiguren eingeführt worden: das ist  der Fall des Biagi-Gesetzes in Italien, das die verschiedenen Vertragstypen modifiziert. Mit diesem Biagi-Gesetz werden neue Vertragstypen eingeführt, die den Ein- und den Austritt aus der Arbeitswelt schneller und einfacher machen, z. B. durch zweijährige Verträge; diese machen die Entlassung (die normalerweise durch die strengen Regelungen Des Arbeitnehmerstatut geregelt ist) viel leichter.

 Nach der klassischen Theorie kann die Arbeitswelt ein Gleichgewicht finden; das Problem der Arbeitslosigkeit könnte als einen Moment der Anpassung betrachtet werden, in dem das Arbeitangebot und die Arbeitsnachfrage versuchen, ein neues Gleichgewicht zu finden.

Keynes’ Theorie appelliert an den Staat und fragt nach einer Initiative, die die Arbeitnachfrage fördern könnte und somit die Weiterentwicklung der Produktion.

 Andere neueren Theorien nehmen andere Faktoren in Betracht, wie die Anzahl der Arbeitsstunden, das Niveau der Löhne und die Freizeit; so wird eine unregelmäßigere Grafik des Arbeitangebots gezeichnet.

 Aktuell hat der italienische Staat eine Politik der so genannten „Spendig Review“ in Gang gesetzt: er hat nicht mehr in Industrien investiert, sondern hat eine Politik der Strenge verwirklicht, hat Steuern erhöht und Arbeitsstellen verringert.

 Die Arbeitswelt hat also wichtige Veränderungen erfahren, die sie unstabil und gefährlich gemacht haben und die die Sicherheit aller Arbeitnehmer begrenzt haben.