The Right to Integrate / Das Recht sich zu integrieren

Photo taken from  www.morguefile.com

By Deborah Cioccoloni (1994) LSP/Assisi

In these last months Italian politicians have discussed humanitarian crises and the huge number of refugees looking for asylum  in our country:  they  do not  have a proper place to  stay and they all live in reception centres.

According to a document  issued last  October, it seems that the government  will suspend its support which would imply that the refugees should go back to their home countries:  unfortunately  most  of them won’t be able to do it,  some do not have a home  anymore.

The state’s response, which will come officially in 2013, is contrasted by the voice of a single politician who says “Investing in immigration means revitalizing the country”.

Also UNICEF sees the phenomenon of immigration as an opportunity for the future but  the   change that would actually be a huge turning point in the lives of the immigrants is the granting of citizenship to all the children born in this country.

The President of the ItalianRepublic argues that there are   about a million minors living in Italy, born from foreign parents, and about 650.000 of them are born in the structures of the National Health Service:  this is why they should be recognized as an integral part of the country. To strengthen his theory he provides examples taken from other European countries and the United States. A child born in the U.S. is a U.S. citizen regardless of the nationality of his  parents, unless he is the son of  resident foreign diplomats.  American citizenship is also granted to children born abroad by American parents, if both parents are American and at least one has been resident in the United States.

The Italian legal system operates according to a twenty-year-old law: law number 91, based on the so called ius sanguinis, the “right of blood” that is based on the nationality of the parents and not on the ius soli, ie the right that is acquired by the mere fact of being born in a place. In practice, the legal status of the children of immigrants born in Italy is connected to the condition of their parents, in spite of the fact that they study in our schools, speak our language, and perhaps have never visited their parents’ home country.

The procedures and the conditions for the acquisition or the change of citizenship are different in the European Union. Almost like in Italy, in Austria it is difficult to obtain citizenship for those who are  born in the country from foreign parents. In Germany too the ius sanguinis regulates the granting of citizenship but there are facilities for foreign children born in the country: it is sufficient that one of the two parents lives legally in Germany and has lived there for at least eight years. The ius sanguinisis also applied inSpain, but the rules are softer than in Italy.

The ius sanguinis has the aim of protecting the rights of the descendants of emigrants, and it is therefore often adopted by countries like Italy, Poland or Turkey, worried  about the high level of emigration, due to historical or geographical reasons. A minority of Member States doesn’t provide standards based on ius soli, among them there is Lithuania.

To conclude, it is obvious that the different legal systems have not yet found uniformity inside the EU and immigration is still seen as a problem. Personally I think that the recognition of citizenship to the children born in Italy from foreign parents who live and work here  is a principle of civilization and a moral duty. It is something that could really bring the changes we need in nowadays’ society.

 

Die Gegenwart und die Zukunft bringen viele Veränderungen; einige davon sind gut, andere nicht so gut. Ein Phänomen, das unsere Zeit beeinflusst, auch unser Land, Italien, ist die Auswanderung

In diesen Tagen  wird bei uns über die humanitäre Krise und die große Anzahl der Auswanderer in unserem Land diskutiert. Flüchtlinge werden sie auch genannt; es sind Leute, die oft kein richtiges Zuhause haben. Nach einem Rundschreiben, das im Oktober ausgestellt wurde, sollten die staatlichen Beihilfen für Flüchtlinge ausgesetzt werden. Aber diese Leute protestieren, sie sagen, dass sie keine Geister, sondern wirkliche Menschen sind und dass viele von ihnen nicht nach Hause zurückkehren können, weil sie da kein Haus mehr haben.

Im Februar 2013 werden wir eine neue Regierung in Italien haben. Wie wird ihre Reaktion auf diese Frage sein? Ein Minister kontrastiert die aktuelle Tendenz; er meint: ” In der Einwanderung investieren bedeutet das Land zu verjüngen”. Diese Idee wird von der UNICEF- Organisation im Hinblick auf den Nationaltag der Kindheit und Jugend gefördert. Auswanderer sehen hier eine Chance für ihre Zukunft, eine Veränderung, die einen großen Wendepunkt in ihr Leben bringen kann, wie die Gewährung der Staatsbürgerschaft für die Kinder der Einwanderer, die in unserem Land geboren sind.

Der italienische Präsident der Republik argumentiert, dass die Minderjährigen, die in Italien leben, und ausländische Eltern haben, etwa eine Million sind; circa 650.000 von ihnen sind in den Strukturen des Nationalen Gesundheitssystem geboren, daher können sie als integraler Bestandteil des Landes anerkannt werden. Der Präsident führt zu seiner Theorie ein Beispiel aus anderen europäischen Ländern und aus den USA an. Wer in den USA geboren wurde, ist ein US-Bürger, unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Eltern. Es ist auch ein US-Bürger, derjenige, der im Ausland geboren wurde, wenn beide Eltern Amerikaner sind oder mindestens ein Elternteil in den Vereinigten Staaten wohnhaft hat.

Das italienische Rechtssystem, das nur 20 Jahre alt ist, basiert anders als in anderen Ländern, auf dem “ius sanguinis“, dem Recht des Blutes, das wiederum auf der Staatsangehörigkeit der Eltern und nicht auf dem “ius soli basiert. In der Praxis wird die Rechtsstellung der Kinder von Einwanderern, die in Italien geboren sind, durch den Zustand ihrer Eltern bestimmt, auch wenn diese Kinder in unseren Schulen lernen, unsere Sprache sprechen, und vielleicht noch nie in dem Herkunftsland ihrer Eltern gewesen sind.

Die Verfahren und Bedingungen zum Erwerb der Staatsbürgerschaft können in den verschiedenen Ländern der Europäischen Union anders sein. In ähnlicher Weise (wie in Italien), ist es in Österreich schwierig, die Staatsbürgerschaft für diejenigen zu erhalten, wenn diese ausländische Eltern haben. Deutschland wird auch durch den ius sanguinis geregelt, aber es gibt besondere Einrichtungen für Menschen ausländischer Herkunft: es genügt, dass einer der beiden Eltern, die sich rechtmäßig in Deutschland gewohnt hat, dort für mindestens acht Jahre gelebt hat, um dem Kind das Recht auf deutsche Staatsbürgerschaft von Geburt an zu geben. Auch in Spanien wird die Sache durch das ius sanguinis geregelt, aber die Regeln sind nicht so streng wie in Italien. Das ius sanguinis schützt die Rechte der Nachkommen von Einwanderern, und es gilt daher oft in Ländern, die durch hohe Abwanderung charakterisiert sind, (Deutschland, Italien, Polen, Türkei). Eine Minderheit der Mitgliedstaaten basieren nicht auf das Recht des ius soli, unter diesen auch Litauen.

Das Gewähren  der Staatsbürgerschaft in Italien für Kinder mit ausländischen Eltern, die hier leben und arbeiten, soll als ein Prinzip der Zivilisation und eine moralische Pflicht für diese Kinder gesehen werden.