Leben in der stetigen Angst

by Aleksandra Cioś (1995), Aleksandra Zielińska (1995) LOK, Kraków/ Poland


Während des 2. Weltkrieges lebten Krakauer in der stetigen Angst, in der Angst um das Leben der Nächsten, in der Angst vor dem Konzentrationslager oder vor der Deportation nach Deutschland. Wenn jemand herausging, war es nicht sicher, ob er noch zurückkommt, abgesehen davon, ob er an der Widerstandbewegung engagiert war oder nicht. In jedem Moment konnte man auf der Straße einen Gestapo-Beamten oder einen SS-Mann treffen, für den jeder Pole ein Bandit und ein Untermensch war, den man ohne Grund schießen kann. Außerdem wurden sehr oft s.g. Razzien vollgezogen. Dabei wurden die Leute nicht nur von der Straße genommen sondern auch direkt aus ihren Wohnungen herausgeführt. Wer versuchte zu fliehen, wurde sofort geschossen. Nach einigen Minuten fuhren die überfüllten Militärautos zum Gefängnis Montelupich, wo die Gefangenen sortiert wurden; in die Konzentrationslager, zur Arbeit nach Deutschland oder direkt zur Exekution. Manche wurden dort länger festgehalten. Viele von diesen sind doch nach den schweren Verführungen gestorben.

Bekannt ist vor allem s.g. Sonderaktion vom 6.11.1939. Bruno Müller hat alle weltbekannten Professoren von der Jagiellonen-Universität und anderen Krakauer Hochschulen zu seinem Vortrag zum Thema „Deutscher Standpunkt in Wissenschafts- und Hochschulfragen“ eingeladen. Dann wurden alle als Feinde des Deutschen Reiches verhaftet und in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau verschleppt.

Um die Bewohner einzuschüchtern, in der Sabotage zu entmutigen und zum Gehorsam zu zwingen, wurden auch öffentliche Exekutionen von den deutschen Nationalsozialisten vollgezogen. Am 1. Juli 1942 hat man 11 zufällige Polen an der Wielicka-Straße erschossen. Heute steht dort ein Denkmal zu Ehren dieser unschuldigen Opfer.

Auf den Nachrichtsäulen erschienen dann die langen Listen. Gellend war der Schrei von diesen, die gerade den Namen ihres Verwandten darauf gefunden haben.

Trotzdem haben viele junge Polen an den Sabotagen- und Ablenkungsaktionen teilgenommen. Man musste doch auf die anderen Leute aufpassen. Sogar an die Nachbarn konnte man nicht völliges Vertrauen haben. Aus Angst und Erschöpfung machten sie manchmal das, was sie früher unmöglich fanden. Es war wirklich sehr schwer, diese stressige Situation auszuhalten.

Je wir mehr mit unseren Großeltern über das Leben in Krakau in Jahren 1939-1945 sprechen, desto sind wir mehr erschrocken. Das scheint unglaublich zu sein, aber sie haben das am eigenen Leibe verspürt.

Am schlimmsten ist die Tatsache, dass das Kriegsende die Situation nur teilweise verbessert hat. Es begann jetzt die Okkupation von ZSRR. Zwar hat sie äußerlich anders ausgesehen, aber für viele Polen bedeutete sie weiterhin Hunger und Armut, Demütigung und Gewalt, Terror und Tod.

Unserer Meinung nach sollte alles gemacht werden, um solche stressige und demütigende Lebenssituationen in der Zukunft zu vermeiden. Jeder Mensch hat Recht, ruhig zu leben.

3 Responses to “Leben in der stetigen Angst”

  1. Mich hat der Artikel sehr bewegt.Es muss schrecklich gewesen sein, in stetiger Angst zu Leben, dass man selbst oder die Familie erschossen werden könnte. Besonders grausam fand ich, die Verhaftung der Professoren, die als Feinde des Deutschen Reichs verschleppt wurden.
    Ich finde, dass ihr die Geschehnisse in einer sehr ansprechenden Art und Weise vermittelt habt.

  2. I like your text very much because you described the situation in the second world war very detailed.
    And I’m really impressed of your German!