Das wäre eine große Katastrophe oder…?(5) Kommentar zum Artikel “Es kommt vollautomatisierte Welt ” (5) von Paulina Głąbała

December 5th, 2012 by Aleksandra Cioś

by Aleksandra Cioś (1995) LOK/ Kraków, Poland

 

Das stimmt, dass unsere Welt in der Zukunft noch mehr automatisiert wird, was uns das Leben deutlich erleichtet und woraus wir viel profizieren werden. Ich meine doch, dass das noch eine größere Abhängigkeit von der Elektrizität mitbringt. Wenn es eines Tages in der Stadt plötzlich am Strom fehlen würde, könnte man eigentlich nirgends fahren, weil alle elektrisch angetriebene Fahrzeuge (wie z. B Metro) nicht funktionieren würden. In solchem Fall könnte man weder Haushaltsgeräte noch Radio – und TV-Geräte benutzen. Das heißt keine Möglichkeit, Kaffee zu machen, weil Kaffemaschine ohne Strom nicht funktioniert. Ich vermute, dass Gasherd in der Küche ganz und gar durch Elektroherd ersetzt wird, weil heutige Welt nach den erneubaren Energiequellen (wie Wind, Sonne) strebt.

So könnte beispielweise ein von den Montagsmorgen der Zukunft aussehen. Das wäre eine große Katastrophe oder…?

Kostenlose Auslandsfahrt oder etwas mehr? (4)

November 21st, 2012 by Aleksandra Cioś

by Aleksandra Zielińska (1995) LOK, Aleksandra Cioś (1995) LOK Kraków/Poland

 

Zweifellos assoziieren viele Comenius Programm mit der kostenlosen Auslandsfahrt und mit den wöchentlichen Ferien innerhalb des Schuljahres. Geben uns internationale Schulprojekte etwas mehr?

In unserer Klasse spielt Comenius Projekt so wie andere internationale Schulprojekte (z.B.: „Schulbrücke Europa“ oder „Bildung macht Schule“) eine sehr wichtige Rolle, weil der Schwerpunkt unserer Klasse neben Mathematik, Erdkunde und Fremdsprache auch ein neues Schulfach ist, und zwar Interkulturelle Kompetenz.  Das, was wir im Fremdsprachenunterricht lernen, können wir dann praktisch auf der Plattform trait d’union oder bei den direkten internationalen Treffen in Krakau oder im Ausland üben. Das finden wir fantastisch. So sehen wir den Sinn des Fremdsprachenlernens und vergrößert sich auch unsere Motivation zur schweren Arbeit an unseren Sprachfähigkeiten. Comenius gibt uns die Gelegenheit, neue Kontakte mit den Menschen anderer Kulturen zu knüpfen und unser Wissen über ihre Kultur und Traditionen zu vertiefen. Auf der Plattform Trait d‘union können wir mit unseren Altersgenossen aus anderen Ländern über alles, was unser Leben betrifft und was bei anderen sehr oft abweichend und unterschiedlich ist, diskutieren. Dabei versuchen wir einen interkulturellen Dialog zu bauen, was wir uns zum Ziel gesetzt haben. Obwohl das uns aus verschiedenen Gründen nicht immer gelingt, sammeln wir mindestens gewisse Erfahrung in diesem Bereich, was für uns sehr wichtig ist, weil viele von uns die auf Europa orientierten Zukunftspläne haben.
Es sollte auch beachtet werden, dass Comenius für uns nicht nur Schule bedeutet. Wenn wir ins Ausland fahren, wohnen wir bei den Gastfamilien (beispielweise waren wir beide in Krems). So haben wir die richtige Gelegenheit, in den normalen Alltag unserer Partner einzutauchen. Einerseits ist das der nächste Schritt, unsere Welt besser kennen zu lernen, anderseits macht das uns viel Spaß. Unsere gleichaltrigen Partner wissen, dass wir nicht unbedingt viele Ausstellungen und Museen sehen wollen und gemeinsame Unterhaltung im Vergnügungspark oder auf einer Party bevorzugen. So integrieren wir uns ganz gut, was wir positiv bewerten, weil das für das friedliche Zusammenleben in Europa unentbehrlich ist.

Zusammenfassend möchten wir sagen, dass wir durch die Teilnahme an internationalen Schulprojekten schon viele Leistungen in unserem Entwicklungsprozess erhalten haben.

Wir würden gerne wissen, was andere Teilnehmer unseres Projekts mit Comenius erfahren haben :)

Keine “bla, bla” – Interview mit der Klassenlehrerin – Kommentar zum Artikel Soziale Netzwerke und deren Auswirkungen auf unser Sozialverhalten von Luise Kamps und Svenja Henning

May 23rd, 2012 by Aleksandra Cioś

Trait d‘union: „Eine Art Filter der Emotionen“, „tote Kommunikation“ und „Zeitfresser“ – so hat der Kinder- und Jugendpsychiaterin Karin K. das Internet bezeichnet. Sind Sie damit einverstanden?

Klassenlehrerin: Obwohl das Internet uns das Leben stark erleichtert, muss ich „ja“ sagen. Das direkte Treffen mit den Freunden und Bekannten, wodurch die Jugendliche einst ihre sozialen Beziehungen bauten und pflegten, geht leider langsam in Vergessenheit. natürlich zugunsten einsamen Sitzens vor dem Bildschirm. Hier entsteht ein Gefahr, dass die nächsten Generationen sich als Roboter verhalten werden, vergessen wie man bestimmte Gefühle und Emotionen äußern kann und werden sich bei der Begleitung der anderen gefesselt fühlen. So verschwinden langsam richtige soziale Kompetenzen, die doch sehr wichtig im menschlichen Leben sind.

Trait d‘union: Bemerken Sie bei Ihren Schülern gewisse Auswirkungen der Nutzung von sozialen Netzwerken?

Klassenlehrerin: Das Vorwärtsdenken war früher bei den Schülern ganz normal. Die meisten bemühten sich ihre Arbeit zu planen und alle möglichen ungünstigen Zufälle vorauszusetzen und zu berücksichtigen. Zum Beispiel, dass sie den Lehrer am nächsten Tag in der Schule nicht treffen oder dass die Bibliothek geschlossen wird. Heute haben sie immer Zeit und machen alles im letzten Moment, so wie dieses Interview. Doch kann man den Lehrer auch per Internet erreichen!? Aber wenn einst der Strom fehlt?

Trait d’union: Viele Lehrer beklagen sich, dass die Aufsätze der Schüler immer schlechter sind und es sehr oft schwer ist, diese zu verstehen. Wie ist Ihre Stellung dazu?

Klassenlehrerin: Als Fremdsprachenlehrerin kann ich sagen, dass das bei vielen Fällen stimmt. Erstens haben die Schüler immer weniger zum Sagen, abgesehen davon ob sie das Thema interessant finden oder nicht. Gewöhnlich schreiben sie kurze Sätze, oft nur Satzäquivalente, benutzen keine Interpunktionszeichen. Am Ende der Arbeit kann man doch geschenkt bekommen. Sollte das den Lehrer in gute Stimmung einführen oder bedeutet, dass der Schüler jetzt nach der Beendung der Arbeit endlich zufrieden ist? Beim ersten Icon-Zeichen war ich schockiert, weil das überhaupt zur Situation nicht passte. Ich versuchte das den Schülern mitzuteilen. Jetzt habe ich mich damit abgefunden. Es kann passieren, dass bald die Schüler ihre Zufriedenheit beim Abiturtest so äußern werden.

Trait d’union: Sehen Sie auch irgendwelche Vorteile des sozialen Netzwerks im Schulleben?

Klassenlehrerin: Weil meine Schüler ziemlich weit voneinander wohnen und sich immer mehr mit Familien- und Schulsachen belastet fühlen, gibt das Internet oft die einzige Chance, am Wochenende etwas Zeit mit den Klassenkameraden zu verbringen. Man muss doch darauf aufpassen, dass das nicht in Rutine geht und bestimmte Grenzen nicht überschrittet werden. Ganz schnell kann man sich daran gewöhnen, weil das aus den allen bekannten Gründen bequem ist.

Trait d’union: Benutzen Sie soziales Netzwerk bei den Kontakten mit Ihren Schülern?

Klassenlehrerin: Ja, warum nicht, aber das ist keine „bla, bla“ sonder eine bestimmte Arbeit, die wir anders nicht ausüben konnten. Letztens haben meine DSD-Schüler die Leseverstehen-Übung per Internet geschrieben, weil unsere Deutschstunden wegen des Abiturs ausgefallen sind. Man muss nur maßhalten.

Trait d’union: Und wer profiziert bei solchem Unterricht per Internet?

Klassenlehrerin: Beide. Die Kommunikation per Internet ergänzt ganz gut unsere direkten Kontakte im Klassenraum. Wir lernen uns besser kennen und die Distanz, die zwischen dem Lehrer und ihren Schülern wegen des Alters entsteht, in nicht so groß. Aber natürlich maßvoll.

Trait d’union: Vielen Dank!


Das vergessene Spielzeug – Kommentar zum artikel Andenken aus der Vergangenheit und ihre gegenwärtigen Äquivalente-Kindheit über drei Generationen von Philine Behrens

May 20th, 2012 by Aleksandra Cioś

In den Nachkriegsjahren wurden die Spielzeuge auch in Polen zu Hause handgemacht. Die Mädchen nähten mit Hilfe ihrer Mutter die bunten Puppen, die Jungen basteln oder hobelten sich – so wie Titelperson von der Bolesław Pruses Novelle „Antek“ – Windrädchen, Pferdchen oder Flöten. Jedes Spielzeug war besonders und einzigartig. So konnten sie ihre manuellen Begabungen entwickeln, und dann im erwachsenen Leben war es ihnen viel leichter, in schwierigen Situationen mit einem Werkzeugkasten zurechtzukommen.

Viele Kinder träumten über eigene Holzpuppe Pinocchio, die während des Spiels beginnt zu leben und in die märchenhafte Phantasiewelt einführt. Die ausgedachten Geschichten konnten sie später den Eltern mitteilen. So gestalten sie ihre Vorstellungskraft und Kreativität.

Sehr beliebt waren auch Holzsteine mit Ziffern oder Buchstaben. Mit diesen konnte man nicht nur Burgen und Türme bauen sondern auch rechnen und lesen lernen.

Ich bin mit dir einverstanden, dass diese Entwicklungs- und Lehreigenschaften der Spielzeuge verschwunden sind. Die Kinder haben heute keine Möglichkeit, etwas Eigenes auszudenken. Sie kriegen alles fertig gemacht, leider gewöhnlich aus Plastik und massenweise hergestellt. Die Spielzeuge aus China, die schnell kaputt gehen, bleiben sicher nicht lange in unseren Kindheitserinnerungen. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, diese zu kaufen. Holzspielzeuge sind leider bei uns sehr teuer, so wie Legosteine, die ich wertvoll finde.

In den modernen multimedialen games, die traditionelle Partnerspiele wie Karten, Spielwürfeln oder andere Tafelspiele z.B. „Zug um Zug“ allmählich verdrängen, bekommen die Kinder alles vorgesetzt. Sie richten sich nur nach den hinweisen, die ihnen der Computer gibt z.B.: „Versuche noch einmal!“, „Wähle den Titel des Films!“ oder die Fragen, die er ihnen stellt z.B.: „Deutsch oder Englisch?“. Sie müssen daran nicht denken, was sie später machen sollten. Der nächste Schritt wird ihnen angegeben. Sie „wirken“ wie ein gesteuerter Roboter.

Ist das gut für gesellschaftliches Leben? Was verliert damit die Familie und das Kind selbst? – solche Fragen hat mir meine Oma gestellt, mit der ich über deinen Artikel gesprochen habe. Ich verstehe ihre Befürchtungen. Meiner Meinung nach – alles hängt jetzt nur von den Eltern, ob sie ihrem Kind, „das um das neuste iPad flehend anbettelt“, „solches modernes Gebrauchsspielzeug“ kaufen oder nicht.

Lernen mit dem Lehrbuch in der Hand oder …?

May 10th, 2012 by Aleksandra Cioś

by Aleksandra Zielińska (1995), Aleksandra Cioś (1995) LOK, Kraków/Poland

Wie hat sich die Einstellung zum Fremdsprachenunterricht in Polen in den letzten 50 Jahren geändert? In der Kindheit unserer Eltern waren die Fremdsprachen nicht so populär wie heute. Die jungen Leute haben vor allem Russisch gelernt, obwohl nur wenige in die Sowjetunion ausfahren konnten.  Aber das war von der kommunistischen Regierung erfordert. Heute gibt es s.g. „offene Grenzen“ oder besser „keine Grenzen“. Viele Polen arbeiten oder lernen im Ausland. Polnische Firmen arbeiten mit den ausländischen Unternehmen zusammen, die mit der Zeit international werden. So haben wir Motivation, Fremdsprachen zu lernen. In unserem Leben spielen sie immer größere Rolle.

Heute gibt es viele Mittel, um jedem von uns wenigstens eine Fremdsprache beizubringen.
In unserem Artikel wollen wir die Lernmethoden beschreiben, dank diesen man wirksam und effektiv Fremdsprachen lernen kann (nicht unbedingt mit dem Lehrbuch in der Hand).

Im 21. Jahrhundert wird Internet immer häufiger von den jungen Leuten benutzt, um schon erworbene Sprachkenntnisse weiter zu entwickeln. Ich denke hier nicht nur über traditionellen Fremdsprachenunterricht mit den grammatischen und lexikalischen Übungen. Wenn du eine Fremdsprache wirklich gut kennen willst, suche mal in Internet einen Engländer,Spanier oder einen Italiener und fange an, mit ihm zu schreiben oder zu sprechen! Das wichtigste Prinzip beim Fremdsprachenlernen ist – die häufige und praktische Benutzung der Sprache. Du kannst dich natürlich mit dem Wörterbuch unterstützen.

Jedes Jahr werden an unserer Schule zahlreiche Schüleraustausche oder internationale Projekttreffen organisiert. Die Teilnahme an solchen Unternehmen bietet eine gute Gelegenheit, fremde Kulturen, den Alltag der Ausländer, ihre Denkweise und Mentalität kennen zu lernen.  Außerdem hat man die Möglichkeit, seine Sprachkenntnisse zu prüfen und zu verbessern. Dabei sind die Lernergebnisse viel besser als in der Schulbank, wie das früher in der traditionellen Schule war.

Unsere Klasse hat eine Stunde pro Woche mit Frau K. Goetz, unserem native speaker.  So haben wir den regelmäßigen Kontakt mit dem s.g. „lebendigen Deutsch“. Wir können sowohl unseren Wortschatz zu erweitern als auch die richtige Aussprache üben.

Ab und zu organisieren wir die Begegnungen mit den Deutschen, die nach Krakau dienstlich geschickt werden. Im Februar haben wir uns mit dem deutschen Kultur Attaché in Krakau, Herrn J. F. Sommer getroffen. Früher haben wir die entsprechenden Fragen vorbereitet und dann konnten wir schon ein Interview mit unserem Gast anfangen. Diese Deutschstunde hat uns viel Spaß gemacht.

Zusammenfassend:  „der Teufel ist nicht so schwarz wie man ihn malt.“ Das Fremdsprachenlernen ist nicht so schwer, wenn man das benutzen kann, was andere zum Anbieten haben. Spaß beim Lernen garantiert Erfolg. „Trockene Theorie“ aus den Büchern erschöpft schnell.  Benutzung der Medien und praktisches Lernens ermöglicht uns nicht nur Sprachkenntnisse weiter zu entwickeln sondern auch sich gut zu unterhalten und neue, internationale Freundschaften zu schließen.

Stadtbild von Krakau und das Leben seiner Bewohner In den Jahren 1939-1945

May 8th, 2012 by Aleksandra Cioś

Schon die ersten Kriegstage haben das Stadtbild total geändert. Die Straßen und Plätze haben die deutschen Namen bekommen. So hieß Rynek Hitlerplatz, und Uniwersytet Jagielloński Ostinstitut. Mit großem Bedauern schauten die Krakauer darauf, wie die deutschen Nationalsozialisten die Baudenkmäler der polnischen Kultur bestialisch zerstörten. So ist vom Adam Mickiewicz-Denkmal nur eine Hand dieses berühmten polnischen Dichters geblieben, und vom Grunwaldzki-Denkmal ein Teil des Schwertes von Władysław Jagiełło. Ganz ruiniert wurde auch das Wawel-Schloss, wo Generalgouverneur Hans Frank seinen Sitz hatte.

Die Okkupanten wollten doch nicht nur die materiellen Kulturgüter von Krakau sondern auch seine Bewohner selbst vernichten. Um polnische Intelligenz zu beseitigen, haben sie alle Professoren listig in Collegium Novum gesammelt und dann ins Konzentrationslager „geschickt“.

Die Krakauer, die im modernsten Stadtteil wohnten, mussten ihre Wohnungen und oft auch ihre Werkstätte für diedeutschen Familien freilassen und in die ehemalige jüdische Siedlung – Kazimierz umziehen. Die Juden durften jetzt nur in Ghetto leben. Wie hat das Leben dort ausgesehen, lesen wir in folgenden Erinnerungen:

21. März 1940. Wir kamen in der winzigen „Wohnung“ – in Wirklichkeit gab es nur ein Zimmer für uns alle fünf – am 19. März an. Die Deutschen ordneten die Errichtung des Ghettos vor drei Wochen an und jeder hatte bis zum 20. März umzuziehen. Das Ghetto liegt auf der gegenüberliegenden Flussseite in Podgórze und die Deutschen zwangen 17 000 Menschen in eine Gegend, in der zuvor 3000 lebten. Es war überfühlt – du konntest dich nicht bewegen, ohne auf jemanden zu treten – und auch Lebensmittel waren rar. Als wir ankamen, dachten wir, dies war das schlimmste, was uns passieren konnte: unter Zwang unser Zuhause und unsere Sachen zurückzulassen, um Gefängnisinsassen des Ghettos zu werden. Als wir ankamen, hofften wir, den tagtäglichen Schikanen zu entkommen, die wir draußen erlebt hatten. Aber ich hatte eigentlich befürchtet, dass es schlechter kommen würde…

Manche Polen bemühten sich getroffene Juden in eigenen Wohnungen zu verstecken. Darauf stand doch Gefängnis oder Tod, wenn die Nachbarn darüber den Gestapo-Beamten denunzierten.

Die Diskrimination der Juden und Polen ist noch weiter gegangen. Obwohl es in der Stadt am Brot mangelte, wurde es verboten, die Nahrungsmittel von den Landverwandten zu holen. Der mit Wurst oder Obst erwischte Pole wurde streng bestraft. Es wurde die s.g. „Polizeistunde“ eingeführt. Draußen durfte man sich nur bis 22 Uhr verweilen. Auf Schritt und Tritt, im Restaurant  oder in der Straßenbahn traf man die Aufschrift „Nur für Deutsche“. Die unfolgsamen Polen wurden sofort verhaftet.

Glück hatte dieser, der die „Kernkarte“ besaß. Diese war „bei den Schwierigkeiten“ behilflich, weil sie bewies, dass ihr Besitzer für Drittes Reich arbeitet, und der Gestapo-Beamte überlegte, bevor er eine Entscheidung getroffen hat. Dank  solchen Kernkarten wurden beispielweise viele Juden von der Schindler Fabrik vor dem Tode gerettet.

Für diese, die am Thema „Leben in Krakau in Jahren 1939 – 1945“ interessiert sind, empfehlen wir Schindler Fabrik zu besuchen. Dieses Museum gibt am besten die Atmosphäre jener Zeit ab.

Zusammenfassend möchten wir sagen, dass die jungen Leute die Geschichte ihres Landes kennen sollen. Es soll auch über traurige und schreckliche Vergangenheitsereignisse gesprochen werden. Diese können für die nächsten Generationen eine gute Lehre werden.

Hat Krakau seinen Reiz verloren?

April 23rd, 2012 by Aleksandra Cioś

by Aleksandra Zielińska (1995), Aleksandra Cioś (1995) LOK Kraków/Poland


Das heutige, moderne Krakau sieht ganz anders als vor 100 Jahren aus. Es ist nicht leicht sich vorzustellen, dass beispielweise anstatt des großen Einkaufszentrums mit vielen Markengeschäften und Cafes gab es einen einfachen Obst- und Gemüsemarkt, und auf der Straße fuhren nur die Kutschen mit dem Fuhrmann, der seinen Passagieren Krakauer Legende unaufhörlich erzählte.

Die erste, – man kann sagen: die wichtigste Sache, die wir bemerkt haben, während wir uns die Fotos des alten Krakaus angesehen haben, ist so viel offener Raum; statt zahlreicher Mietshäuser und anderer Gebäude viel Grün. Jetzt wurden viele neue Häuser gebaut, die nicht immer – unserer Meinung nach – zu den alten historischen Bauwerken und Kirchen passen. Der Straßenverkehr existierte fast nicht in der Altstadt. Es war nicht so viel Lärm auf den Straßen. Die Luft war sicher auch viel besser.

Krakau war auch nicht so stark überfüllt wie heute. Hier lebten nur 151 886 Einwohner (heute ist über 750 000 Leute ). Viel wenige Studenten studierten an der Jagiellonen-Universität. In Saison, die jetzt eigentlich das ganze Jahr dauert, kamen nicht so viele Touristen. Auf dem Krakauer Marktplatz hörte man selten die Fremdsprache. Heute trifft man hier viele Leute und manchmal ist es sogar sehr schwer ruhig über den Marktplatz zu gehen. Es wurden viele neue Geschäfte und Cafe mit den hohen Preisen für ausländische Touristen gebaut. Jeden Tag finden hier verschiedene Veranstaltungen statt.

Die Stadtbewohner lebten ruhiger und ohne heutige Hektik. Sie machten alles ohne Eile. Sie hatten Zeit, um mit ihrer Familie mindestens am Wochenende beim schönen Wetter einen angenehmen Spaziergang durch die Altstadt zu machen. Bei vielen wurde das schon zu Familientradition. So konnten sie die historische Atmosphäre unserer Stadt beim relativ guten Zugang zur Natur genießen. Heute erschreckt uns so große Touristenmenge und wir fahren lieber draußen der Stadt, einfach ins Grüne.

Die ehemalige Hauptstadt Polens hat ihren Reiz, den unsere Großelter im Gedächtnis erhalten haben, im großen Grade verloren. Wawel-Schloss und der Marktplatz mit der Marienkirche stehen doch wie früher und sind ein schönes Wahrzeichen unserer Stadt, das die neue Touristenwelle anzieht. Obwohl sich manche Bewohner darüber beklagen, dass Krakau von den ausländischen Touristen überflutet wird, sind wir der Meinung, dass dank diesem sich unsere Stadt weiter entwickeln kann.

Für uns Krakau ist die Heimatstadt, wo wir uns wohl fühlen und wir hier unsere Freizeit gern verbringen.

Das Leben in der Zeit des Kommunismus

February 3rd, 2012 by Aleksandra Cioś

Aleksandra Zielińska (1995), Aleksandra Cioś (1995), LOK Krakow/Poland

In den PRL Zeiten wurden die traditionellen, religiösen, polnischen Feiertage von den sowjetischen Behörden mit den neuen laienhaften Nationalfeiertage ersetzt. Diese Feiertage passten nicht zu polnischer Kultur, Geschichte und Tradition. Man feierte viele – unserer Meinung nach – „blöde” Feste z.B.: Bergmanntag, Armee-Tag und Miliz-Tag. Manche Feiertage wurden auch sehr komisch gefeiert, wie  z.B.: Arbeitstag, Frauentag. Man führte diese neue Sitten und Bräuche ein, weil man versuchen wollte, etwas zu machen, damit die Polen sich mit ihrer Heimat und Geschichte nicht mehr identifizieren konnten.

Frauentag

Ein Fest, das noch bis jetzt existiert, heißt Frauentag. Alle PRL – Frauen bekamen an diesem Tag eine Strumpfhose und eine Blume, geschenkt von den Vertretern der Verwaltung des Betriebes, in dem sie arbeiteten. Da war es sehr schwer die Strumpfhose in den beliebigen Geschäften zu bekommen. Manche Frauen hatten auch die Möglichkeit, sich mit den kommunistischen Vertretern der Regierung und der Partei zu treffen, was für diese eine richtige Auszeichnung war, und für uns lustig ist. Heute feiern wir dieses Fest ganz anders, einfach im Familien- oder Freudenkreis.

der Arbeitstag

Der erste Mai (der Arbeitstag) wurde mit dem s.g. „Der Erste Mai-Umzug“ gefeiert. Heute können wir uns nicht vorstellen, dass unsere Klasse mit den aus Papier gemachten bunten Blumen oder mit roten Papierfähnchen freundlichen lächelnd im Regen vor der „Tribüne der Verdienten“ marschiert und herumstolziert. Vor allem deswegen, dass wir wissen, dass die kommunistische Regierung so viele unschuldige Menschen ermordet hat!

Die Teilnehmer des Ersten Mai- Umzugs scheinen für uns künstliche Marionetten zu sein, die man leicht manipulieren kann, obwohl wir wissen, dass man wegen der Abwesenheit an diesem Umzug sogar die Arbeit verlieren konnte.

die Schule

Und die armen Kinder, die gezwungen wurden, viele dumme kommunistische Gedichte über polnisch-russische Freundschaft auswendig zu lernen und dann bei verschiedenen Feiertagen während der festlichen Schulakademien zu deklamieren. Dadurch sollte diesen s.g. „kommunistisches Denken“ beigebracht werden. Unsinn!

 

der Nikolaustag

Der Nikolaustag wurde offiziell mit dem sowjetischen „Väterchen des Frostes“ ersetzt. Aber dieses Fest wurde von den meisten nicht aufgenommen, weil sich der Tag des heiligen Nikolaus aus der polnischen Tradition herleitet und in der PRL-Zeit schon stark gewurzelt war. An diesem Tag bekommt man viele Geschenke von dem Sankt Nikolaus. Am Heiligen Abend werden die Geschenke statt vom Väterchen des Frostes einfach vom Engelchen verteilt.

Die meisten für PRL-Zeit typischen Feiertage galten nicht mehr. Sie rieten in Vergessenheit! Zum Glück! Die Leute begannen die alten polnischen Festen wieder zu feiern. Ein wichtiges Ereignis für uns war beispielweise die Wiedereinführung des Tages der Unabhängigkeit Polens (am 11. November), was in der PRL-Zeit gestrichen und sogar verboten wurde.

Können wir uns  die Jugendlichen von 21. Jahrhundert  unsere pflichttreue Teilnahme an allen diesen sinnlosen Feiertagen vorstellen?

Es stimmt, dass die junge Generation sich nicht mehr mit den ehemaligen kommunistischen nationalen Feiertagen identifiziert, wie die älteren Menschen, die es selbst miterlebt haben. Wir meinen, die kommunistische Herrschaft  könnte uns nicht aufzwingen, an solche Feiertage aktiv teilzunehmen.  Die meisten würden wir einfach ignorieren, weil sie für uns komisch sind. Wir würden sicher nicht – bei uns sagt man – „so tanzen, wie sie uns spielen“. Wenn das nötig wäre, würden wir bedenkenlos ein Risiko des Kampfes eingehen und diesen nicht so schnell aufgeben. So würden wir um unsere menschliche Ehre kämpfen. Aber wie wäre es in der Wirklichkeit, wenn wir uns in der Situation unserer Eltern befinden würden? Viele haben doch versucht, das kommunistische Polen zu ändern. Das war doch nicht so leicht. Sind wir überhaupt imstande, uns die kommunistische Realität vorzustellen und das Benehmen der Leute zu verstehen? Wir sind glücklich, dass wir in den heutigen ruhigen Zeiten leben und unsere Heimat nicht mehr von der Sowjetunion abhängig ist. Wir können die Feste feiern, wie wir wollen und wie haben das unsere Urgroßeltern gemacht. Die Nationalfeiertage werden oft auch in der Kirche mitgefeiert, weil die Religion in unserer Geschichte tief verankert ist. So kann unsere polnische Tradition für die nächsten Generationen erhalten werden.

Und was meinen Sie, würde die heutige Jugend von Ihrem Land an solche kommunistische Feiertage gerne teilnehmen? Würde sie sich dieser „bürgerlichen Pflicht“ unterordnen?

Hello world!

January 23rd, 2012 by Aleksandra Cioś

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